Religion und Entwicklung

Seminar, SWS: 2, lecture number: 53012

date:

Montag, 14-16; U1.09 S6, GW II


lecturer:

Eva Spies

In aktuellen Veröffentlichungen betont das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die wichtige Rolle von Religion in der Entwicklungszusammenarbeit und Minister Müller plädiert für eine „wertebasierte Entwicklungspolitik“. Während bis in die 1990er-Jahre Religion eher als Entwicklungshindernis angesehen wurde, wird die Zusammenarbeit mit religiösen Akteuren heute als Gewinn dargestellt. Indem wir die historischen, ideologischen und praktischen Zusammenhänge zwischen Religion und Entwicklung nachzeichnen, werden wir im Seminar untersuchen, wie es zu diesem Wandel kam und die Frage diskutieren, ob das Projekt „Entwicklung“ jemals säkular war. Wir beginnen mit Texten zur christlichen Mission im 19. Jahrhundert und beschäftigen uns dann mit der Stellung von Religion in den Entwicklungstheorien des 20. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt des Seminars liegt jedoch auf zeitgenössischen Debatten über die Rolle religiöser Ideen, Praktiken und Akteure in der Entwicklungsarbeit. Beispielhaft werden wir uns mit Positionen von Sozialwissenschaftler*innen, Entwicklungseinrichtungen und religiösen Akteuren beschäftigen. Bei einer gemeinsamen Exkursion nach Weingarten (BW) zur den Weingartener Afrikagesprächen vom 06. bis 08. Dezember 2019 werden wir dann mit Vertreter*innen dieser Positionen selbst ins Gespräch kommen. Die Exkursion ist obligatorischer Bestandteil des Seminars.

Ziel des Seminars ist es, einen Einblick in die theoretischen und angewandten Debatten über den Zusammenhang zwischen Religion und Entwicklung zu erlangen und dabei verschiedene Akteure und ihre Positionen kennenzulernen.